Grüne fordern Sonderprogramm für Krippenausbau

Jost: Betreuungsalternativen kommen Bankrotterklärung gleich

Als Reaktion auf Hunderte fehlende Krippenplätze fordern die Grünen ein Sonderprogramm des Regionalverbandes zum Krippenausbau. Grünen-Fraktionschef Jost hat Regionalverbandsdirektor Gillo vorgeworfen, den Krippenplatzausbau verschlafen zu haben. Die Betreuungsalternativen kämen einer bildungspolitischen Bankrotterklärung des Regionalverbandsdirektors gleich. Obwohl seit 2014 die Zahl der Geburten alljährlich steige, habe Gillo erst jetzt mit einer entsprechenden Vorschulentwicklungsplanung reagiert, deren Umsetzung bis ins nächste Jahrzehnt dauern werde.

„Die bekannt gewordene Versorgungslücke bei den Krippenplätzen ist alarmierend. Viele junge Eltern sind aus beruflichen Gründen dringend auf einen Krippenplatz angewiesen. Zudem sind Krippenplätze gerade für Kinder mit Migrationshintergrund für eine gelungene Integration unverzichtbar. Die Betreuungsalternativen, angefangen von Containern bis hin zu irgendwelchen innerfamiliären Lösungen kommen einer bildungspolitische Bankrotterklärung des Regionalverbandsdirektors gleich“, erklärt Manfred Jost, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Regionalverband.

Obwohl die Geburtenrate seit Jahren steige, habe Gillo nicht gehandelt, sondern den Krippenausbau verschlafen. Ausbaden müssten dies nun Eltern, Großeltern und die Kinder. Jost: „Seit 2014 steigt die Geburtenrate im Saarland kontinuierlich an. Zwischen Mitte 2015 und Mitte 2017 stieg die Anzahl der Kinder unter drei Jahren im Regionalverband um satte 15,6 Prozent auf über 8.400. Der neue Vorschulentwicklungsplan kommt hier einfach zu spät. Der Regionalverbandsdirektor hätte müssen deutlich früher handeln.“

Grünen-Fraktionschef Jost hat deshalb ein zügiges Sonderprogramm des Regionalverbandes zum Krippenausbau gefordert: „Um die Versorgungsquote im Regionalverband mit Krippenplätzen kurzfristig zu erhöhen, brauchen wir ein Sonderprogramm zum Krippenplatzausbau. Wir müssen alles unternehmen, um sicherzustellen, dass Eltern auch einen Krippenplatz für ihr Kind bekommen.“ Betreuungsangebote seien auch für die Region Saarbrücken als Ganzes unverzichtbar, um als Standort für gutes Leben und Arbeiten für junge Familien weiterhin attraktiv zu sein.

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