12.12.2013 | Grüne wollen mehr Raum für die Windkraft – Verweigerungshaltung könnte fatale Folgen haben

Im Regio­nal­ver­band Saar­brü­cken dreht sich bis heu­te kein ein­zi­ges Wind­rad. Das soll sich ändern: Der Flä­chen­nut­zungs­plan des Regio­nal­ver­ban­des soll künf­tig so genann­te Wind­kon­zen­tra­ti­ons­zo­nen aus­wei­sen, in denen die kli­ma­freund­li­chen Anla­gen errich­tet wer­den kön­nen. Aus­ge­hend von einer Wind­po­ten­ti­al­stu­die des Lan­des wur­den vom Fach­dienst Regio­nal­ent­wick­lung des Regio­nal­ver­ban­des in akri­bi­scher Klein­ar­beit die poten­ti­el­len Stand­or­te auf Tabu­kri­te­ri­en und mög­li­che sons­ti­ge Aus­schluss­grün­de unter­sucht. Der ein oder ande­re Stadt- und Gemein­de­rat ließ sich bei sei­nen Stel­lung­nah­men hier­zu aber offen­bar von loka­len Befind­lich­kei­ten lei­ten – bei der Ableh­nung von Poten­ti­al­flä­chen oder dem Ansin­nen, den Min­dest­ab­stand zu ver­grö­ßern. „Regio­nal­ver­bands­di­rek­tor Gil­lo ist dar­auf­hin zurück­ge­schreckt und hat die ursprüng­li­che Pla­nung in einer Vor­la­ge für den Koope­ra­ti­ons­rat kräf­tig zusam­men­ge­stri­chen“, kri­ti­siert Ste­phan Kör­ner, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Bünd­nis­grü­nen im Saar­brü­cker Schloss. Er plä­diert statt des­sen dafür, die ursprüng­li­che Pla­nungs­vor­la­ge des Fach­diens­tes im Wesent­li­chen umzu­set­zen: „Die Ener­gie­wen­de ist ohne preis­güns­ti­ge Wind­kraft an Land nicht zu stem­men. Dazu müs­sen wir auch im Regio­nal­ver­band einen deut­li­chen Bei­trag leis­ten, selbst wenn das in unse­rem Bal­lungs­raum nicht immer ein­fach ist. Peter Gil­lo muss hier mehr poli­ti­schen Mut zei­gen und darf nicht vor dem Hei­li­gen St. Flo­ri­an ein­kni­cken – frei nach dem Mot­to: Wir sind ja für die Ener­gie­wen­de, aber bit­te nicht bei uns! Wir brau­chen aus­rei­chen­den Raum für die Wind­kraft und soll­ten des­halb die ursprüng­li­che aus­ge­wo­ge­ne und fun­dier­te Pla­nung des Fach­diens­tes im Wesent­li­chen über­neh­men.“ Ins­be­son­de­re war­nen die Schloss-Grü­nen vor der Gefahr einer Ver­hin­de­rungs­pla­nung. Fol­ge wäre näm­lich, dass die Gesamt­pla­nung anfecht­bar wer­den und ins Gegen­teil umschla­gen könn­te. Denn dann käme grund­sätz­lich das gesam­te Regio­nal­ver­bands­ge­biet als Stand­ort in Fra­ge. „Einen sol­chen Wild­wuchs wol­len auch wir Bünd­nis­grü­ne auf kei­nen Fall. Des­halb ist es wich­tig, dass der Flä­chen­nut­zungs­plan der Wind­kraft aus­rei­chend Raum gibt. Es bleibt zu hof­fen, dass das den Ver­ant­wort­li­chen bewusst ist – ins­be­son­de­re dem Koope­ra­ti­ons­rat des Regio­nal­ver­bands, in dem dem­nächst die Bürgermeister/innen über die Wind­kraft­pla­nung ent­schei­den wer­den“, so Ste­phan Kör­ner.

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