19.03.2011 | Bündnis 90/Die Grünen warnen vor Legendenbildung um heimischen Steinkohlenbergbau

Man­fred Jost, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der von Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Regio­nal­ver­band und lang­jäh­ri­ger Vor­sit­zen­der der Berg­scha­dens­ge­mein­schaft Völk­lin­gen, warnt Poli­ti­ker aller Cou­leur vor dem Schü­ren fal­scher Erwar­tun­gen über eine Wie­der­ge­burt der hei­mi­schen Stein­koh­le: „Das The­ma Stein­koh­len­berg­bau jetzt hoch­zu­spie­len ist rei­ne par­tei­po­li­ti­sche Tak­tik. Der Koh­le­berg­bau im Saar­land liegt in den letz­ten Atem­zü­gen und kann nicht wie­der reani­miert wer­den. Das weiß inzwi­schen auch jeder Nor­mal­bür­ger im Saar­land. Wer so tut, als stün­de „unse­re“ Stein­koh­le kurz davor, wie­der kon­kur­renz­fä­hig zu wer­den, ver­rät ent­we­der Unkennt­nis oder blan­ken Zynis­mus. Offen­bar gehen immer noch Poli­ti­ker wider bes­se­res Wis­sen mit die­sem The­ma auf Stim­men­fang.“
Jost erin­nert dar­an, dass der Geste­hungs­preis einer Ton­ne saar­län­di­scher Stein­koh­le bereits im Jahr 2008 fast 400 € betrug. Die offi­zi­ell doku­men­tier­ten Ein­fuhr­prei­se für Import­koh­le („Bafa-Prei­se“) lagen im letz­ten Quar­tal 2010 bei etwa 93 €. Jost wei­ter: „Wenn ver­ein­zelt deut­sche Berg­wer­ke in die Nähe der Welt­markt­prei­se kamen, dann nur des­halb, weil nichts mehr in die wei­te­re Abbau­vor­be­rei­tung inves­tiert wur­de; sprich: weil dort Aus­lauf­berg­bau betrie­ben wur­de. Bei uns an der Saar ist kein wei­te­rer Abbau mehr mach­bar – das gilt geo­lo­gisch wie wirt­schaft­lich und erst recht mit Blick auf Leib, Leben und Eigen­tum der vom Berg­bau Betrof­fe­nen.
Statt sol­che Gespens­ter­dis­kus­sio­nen anzu­hei­zen, wol­len wir von Bünd­nis 90/Die Grü­nen lie­ber an einer siche­ren, nach­hal­ti­gen Ener­gie­ver­sor­gung für das Saar­land arbei­ten. Dazu gehö­ren auch der Erhalt und die Moder­ni­sie­rung der bestehen­den Kraft­werks­stand­or­te. Hier ist die Ener­gie­wirt­schaft gefragt, trag­fä­hi­ge Kon­zep­te für umwelt­ver­träg­li­che Erzeu­gungs­an­la­gen mit hohen Wir­kungs­gra­den vor­zu­le­gen.“

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