29.11.2012 | Veranstaltung zur Energiewende: viele verschenkte Möglichkeiten bei Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz im Regionalverband

Wie weit ist die Ener­gie­wen­de im Regio­nal­ver­band vor­an­ge­kom­men? Wel­che Maß­nah­men sind unter­wegs, wo lie­gen unge­nutz­te Poten­tia­le? Die­se Fra­gen behan­del­te eine hoch­ka­rä­tig besetz­te Dis­kus­si­ons­run­de unter Mode­ra­ti­on des bünd­nis­grü­nen Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Man­fred Jost. Teil­neh­mer waren die ehe­ma­li­ge Umwelt­mi­nis­te­rin Simo­ne Peter, Die­ter Bül­te vom Fach­dienst Regio­nal­ent­wick­lung des Regio­nal­ver­bands, der saar­län­di­sche BUND-Vor­sit­zen­de Chris­toph Has­sel, Pro­fes­sor Dr. Peter Heck vom Insti­tut für Stoff­strom­ma­nage­ment des Umwelt­cam­pus Bir­ken­feld sowie Hen­ry Sel­zer von der Bür­ger­En­er­gie­ge­nos­sen­schaft Hoch­wald. Nach einem ein­füh­ren­den Vor­trag von Ralf Hek­tor (Freie Wähler/Fraktionsmitglied bei Bünd­nis 90/Die Grü­nen), in dem er unter ande­rem Ver­fah­rens­in­no­va­tio­nen im Bereich Bio­koh­le dar­stell­te, ent­wi­ckel­te sich eine leb­haf­te – auch kon­tro­ver­se – Dis­kus­si­on um Poten­tia­le bei Wind­kraft, Pho­to­vol­ta­ik und Ener­gie­ef­fi­zi­enz.
Brei­ten Raum nahm dabei das The­ma Kon­zen­tra­ti­ons­flä­chen für die Wind­ener­gie ein. Aus­ge­hend von einer Poten­ti­al­stu­die des Lan­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums – erstellt noch unter der Ägi­de von Simo­ne Peter –  son­der­ten die Pla­ner des Regio­nal­ver­bands eine Viel­zahl von Flä­chen als ihrer Ansicht nach unge­eig­net aus. Dabei leg­ten sie Kri­te­ri­en wie Belan­ge des Natur­schut­zes, Abstän­de zur Wohn­be­bau­ung, Stra­ßen, Ener­gie­lei­tun­gen, die Stand­si­cher­heit auf Berg­bau­flä­chen und Distanz zu Flug­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen an, von denen eini­ge nicht ganz unum­strit­ten waren.
Gehar­nisch­te Kri­tik gab es dabei an der Hal­tung des Lan­des: In der Fra­ge, wie Wind­kraft­an­la­gen in Land­schafts­schutz­ge­bie­ten behan­delt wer­den sol­len, stün­den seit Mona­ten  Stel­lung­nah­men von Umwelt­mi­nis­te­ri­um und Lan­des­amt für Umwelt­schutz aus. Dadurch dro­he der Zeit­plan des Regio­nal­ver­bands durch­ein­an­der zu gera­ten – anvi­siert sei ein Ergeb­nis im Früh­jahr. Hal­te das Land dage­gen am der­zeit gel­ten­den gene­rel­len Aus­schluss von Wind­ener­gie in Land­schafts­schutz­ge­bie­ten fest, ver­blie­be von den ursprüng­li­chen Poten­ti­al­flä­che nur ein kläg­li­cher Rest: gera­de ein hal­bes Pro­zent der Flä­che des Regio­nal­ver­bands. Damit wür­de der Auf­trag des Gesetz­ge­bers, der Wind­kraft „sub­stan­ti­el­len“ Raum zuzu­wei­sen, nicht erfüllt. Ex-Umwelt­mi­nis­te­rin Peter for­der­te des­halb die Lan­des­re­gie­rung auf, die von ihr noch auf den Weg gebrach­te Ver­ord­nung, wonach Wind­kraft in Land­schafts­schutz­ge­bie­ten nicht mehr grund­sätz­lich aus­zu­schlie­ßen sei, end­lich auf den Weg zu brin­gen. Auch Chris­toph Has­sel schloss Ver­träg­lich­kei­ten zwi­schen Land­schafts­schutz, Natur­schutz und Wind­kraft nicht aus, da der Kli­ma­schutz eine wach­sen­de Rol­le spie­le.
Auf unge­nutz­te wirt­schaft­li­che Poten­tia­le – regio­na­le Wert­schöp­fung und Ein­nah­me­mög­lich­kei­ten für Kom­mu­nen in beträcht­li­cher Höhe – wies ins­be­son­de­re Pro­fes­sor Heck hin. Einig­keit herrsch­te über die Mög­lich­kei­ten, durch ener­ge­ti­sche Sanie­rung des Gebäu­de­be­stands Ein­spa­run­gen zu erzie­len und die Umwelt zu ent­las­ten. Ein ent­spre­chen­des Pro­gramm – von den Bünd­nis­grü­nen seit Jah­ren gefor­dert – sei nun bean­tragt. Mög­lich­kei­ten der Kre­dit­fi­nan­zie­rung blie­ben hier unge­nutzt, und auch der Ein­satz eines Kli­ma­ma­na­gers wur­de ver­langt. Des­sen Per­so­nal­kos­ten kön­ne man mit Leich­tig­keit wie­der ein­spie­len.
Alles in allem blieb der Ein­druck, dass sich im Regio­nal­ver­band etwas tut – aber bei wei­tem nicht alle Mög­lich­kei­ten aus­ge­schöpft sind. Ande­re Gebiets­kör­per­schaf­ten sei­en da schon wei­ter – gera­de bei der Solar­ener­gie. Wäh­rend man sich im Regio­nal­ver­band hier schwer tue, för­der­ten in ande­ren Land­krei­sen etwa die Spar­kas­sen aktiv die Instal­la­ti­on von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen.

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