25.03.2013 | Bündnisgrüne fragen nach Ausmaß und Ursachen der Kita-Lücke – Plädoyer für „Kita-Navigator“

Die Bünd­nis­grü­nen in der Regio­nal­ver­samm­lung haben eine Anfra­ge zu den offen­sicht­li­chen Defi­zi­ten des Kita-Aus­baus im Regio­nal­ver­band gestellt. Ab August besteht ein Rechts­an­spruch aller Eltern auf Kita-Plät­ze. Die ursprüng­lich als Richt­wert anvi­sier­te 35%- Mar­ke wird nicht erfüllt wer­den. Über­rascht sind die Bünd­nis­grü­nen vom Vor­ha­ben des Regio­nal­ver­bands, zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch eine „Voll­erhe­bung“ zum Bedarf an Kita-Plät­zen durch­zu­füh­ren. Dazu erklärt der bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­cher der Frak­ti­on, Ste­phan Kör­ner: „Im Regio­nal­ver­band wird – anders als in den übri­gen Land­krei­sen – ein gra­vie­ren­des Defi­zit an Kita-Plät­zen beklagt. Laut einer Pres­se­mit­tei­lung vom 19. März will der Regio­nal­ver­band nun den tat­säch­li­chen Bedarf an Kita-Plät­zen im Rah­men einer „Voll­erhe­bung“ ermit­teln. In der Mit­tei­lung heißt es, dabei „wür­den Anfang Mai die Eltern aller Kin­der unter drei Jah­ren – ins­ge­samt rund 7.200 – ange­schrie­ben und nach ihrem Bedarf gefragt.“
Die Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen fragt daher nach,  
-    wie die Bedar­fe bis­lang ermit­telt wur­den und wie groß die Lücke  aktu­ell ein­ge­schätzt wird,
-    wes­halb besag­te Voll­erhe­bung erst zum jet­zi­gen Zeit­punkt durch­ge­führt wird und wel­che Ver­bes­se­run­gen mit Blick auf den Kita-Aus­bau sich der Regio­nal­ver­band davon erhofft,
-    wel­che Kos­ten die aktu­ell geplan­te Umfra­ge ver­ur­sacht.
Im Zusam­men­hang mit dem beklag­ten Defi­zit hat die Lei­te­rin des Jugend­am­tes, Frau Bie­den­kopf,  in den Medi­en (Saar­brü­cker Zei­tung vom 28.02.) die Behaup­tung ver­brei­tet, die Schuld dar­an läge auch „beim Land, das 2010 einen Kita-Aus­bau­stopp ver­hängt habe. Dadurch sei Kom­mu­nen ein hal­bes Jahr ver­lo­ren gegan­gen.“ Der Ver­wal­tung müss­te indes bekannt sein, dass es damals kei­nes­wegs einen „Aus­bau­stopp“, son­dern ledig­lich einen vor­läu­fi­gen Antrags­stopp für Neu­an­trä­ge gab und sowohl lau­fen­de als auch geneh­mig­te als auch recht­zei­tig bean­trag­te Bau­vor­ha­ben hier­von über­haupt nicht betrof­fen waren. Und: Wie erklärt es sich die Ver­wal­tung, dass in ande­ren saar­län­di­schen Land­krei­sen – für die die glei­chen För­der­vor­aus­set­zun­gen gegol­ten haben und gel­ten wie für den Regio­nal­ver­band – die 35%-Quote pro­blem­los erreicht und sogar über­trof­fen wird?
Wir Bünd­nis­grü­nen hal­ten es für sinn­voll, so rasch es geht einen so genann­ten Kita-Navi­ga­tor  nach dem Düs­sel­dor­fer Modell ein­zu­füh­ren. Auf solch einer Platt­form haben Eltern die Mög­lich­keit, sich über die Ange­bo­te der Kitas zu infor­mie­ren und anschlie­ßend ihr Kind für eine oder meh­re­re Kitas vor­mer­ken zu las­sen. Kommt in einer Tages­ein­rich­tung ein Betreu­ungs­ver­trag zustan­de, wird die Vor­mer­kung bei allen ande­ren Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen unver­züg­lich gelöscht. Dadurch wer­den Kita­plät­ze nicht unnö­tig blo­ckiert und die Über­sicht ist stän­dig auf einem aktu­el­len Stand. Bei allen Bemü­hun­gen die Lücke zu schlie­ßen soll­te unse­res Erach­tens die Qua­li­tät des Ange­bots nicht aus dem Auge ver­lie­ren. Das betrifft die Aus­bil­dung der Betreue­rIn­nen und eine Aus­wei­tung und Fle­xi­bi­li­sie­rung von Öff­nungs­zei­ten zumin­dest in aus­ge­wähl­ten Schwer­punkt-Kitas.“

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